
Gleichstellung umsetzen. Führung verändern. Region stärken.
Moderne Führungskultur als Motor für Innovation, Fachkräftesicherung und regionale Resilienz.
Trotz langjähriger Gleichstellungsziele besteht in Deutschland weiterhin ein erheblicher struktureller, gesellschaftlicher und kultureller Nachholbedarf bei der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in Politik und Wirtschaft. Aktuelle amtliche Daten belegen, dass der Frauenanteil in Leitungsfunktionen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Von den 27 EU-Staaten liegt Deutschland auf Platz 22. Diese Unterrepräsentanz zeigt sich nicht nur in großen Organisationen, sondern in besonderem Maße auch auf regionaler und kommunaler Ebene. Damit bleiben wichtige Potenziale für Innovation, demokratische Repräsentation und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ungenutzt.
Die im Rahmen der Veranstaltungsreihe “YES SHE CAN” des Weserwirtschaftsforums geführte Podiumsdiskussion hat bisher herausgearbeitet, dass das Ausbleiben nachhaltiger Fortschritte nicht auf mangelnde Zielbekennung zurückzuführen ist, sondern auf das Zusammenwirken struktureller Barrieren und tief verankerter kultureller Muster. Zu den zentralen Hemmnissen zählen die unzureichende Vereinbarkeit von Führungsverantwortung und Sorgearbeit, intransparente Auswahl- und Entscheidungsprozesse sowie der fortbestehende Einfluss informeller Netzwerke.
Ergänzend wurde mit dem in der psychologischen Forschung etablierten Konzept des sogenannten „Cinderella-Komplexes“ aufgezeigt, wie gesellschaftliche Rollenzuschreibungen internalisiert werden und zur Zurückhaltung gegenüber Macht, Verantwortung und Sichtbarkeit beitragen können. Diese Mechanismen sind nicht als individuelles Versagen zu interpretieren, sondern als Ergebnis sozialer Prägung und institutioneller Rahmenbedingungen.
Gleichstellung schafft Zukunft
Die Diskussionsreihe des Weserwirtschaftsforums verdeutlicht, dass insbesondere politische Parteien und Unternehmen im ländlichen Raum häufig an traditionellen Führungsbildern festhalten, die Präsenzpflicht, zeitliche Verfügbarkeit und hierarchische Autorität privilegieren. Solche Modelle wirken faktisch exkludierend und stehen modernen Anforderungen an Fachkräftesicherung, Resilienz und Innovationsfähigkeit entgegen. Wissenschaftliche Studien zeigen hingegen, dass divers zusammengesetzte Führungsteams signifikant zur wirtschaftlichen Stabilität, Entscheidungsqualität und Innovationskraft von Organisationen beitragen.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Weserwirtschaftsforum mit seiner ‘gemeinnützigen’, ideellen und sinnstiftenden Arbeit das Ziel, evidenzbasierte Impulse für einen nachhaltigen Kulturwandel in der Region zu setzen. Die Veranstaltungsreihe “YES SHE CAN” schafft ein strukturiertes Dialog mit nachhaltigem Impact für Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und unterstützt die Entwicklung zukunftsfähiger Führungsmodelle. Im Fokus stehen transparente Auswahlverfahren, flexible Führungsstrukturen, Mentoring- und Netzwerkformate sowie die aktive Einbindung von Männern in Gleichstellungs- und Diversitätsprozesse. Mit der Gewinnung von Mitgliedern, Förderpartner und der Beantragung von Förderprojekten soll diese Arbeit nachhaltig verstetigt und ausgebaut werden, um langfristig zur Stärkung von Chancengleichheit, regionaler Wettbewerbsfähigkeit und demokratischer Teilhabe beizutragen. Das Vorhaben leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zum Gemeinwohl und entspricht zentralen förderpolitischen Zielsetzungen im Bereich Gleichstellung, Strukturentwicklung und Innovation.
